Fremde Freunde
Stefan Weber/Udo van Ooyen
Der stramme Junge mit dem stechenden Schritt,
von den Stiefeln bis zur Glatze voll auf Einmarsch glanzpoliert.
Die neunköpfige Familie schräg gegenüber, von der man
nichts hört, nichts sieht und nur weiss, dass sie schwarz ist.
Der leutseelige Rentner aus Süddeutschland, der in seinem
kleinen Schrebergarten voll Stolz die Schweizerfahne hisst.
Die geheimnisvolle Frau von nebenan, die mit dem
roten Punkt im Gesicht, ja - die, die stets wie ein Räucherstäbchen riecht.
Und er fragt sich jeden Tag: "Was haben die hier zu suchen?
Die stehen ihm im Weg - Die gehören nicht hierher!"
Doch wenn es dir hier zu viele Fremde gibt, hast du vielleicht
einfach zu wenig Freunde.
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Der kleine Mann aus dem Kosovo, der seine Tauben
Tag für Tag fliegen und in die Gärten scheissen lässt.
Am Sabbath - das käsebleiche Paar, er mit dicker Brille
und Rasta-Locke, sie mit dieser viel zu grossen Perücke.
In den Läden sind die reichen Russen, mit ihren blondgeföhnten Tussen,
gestern Glasnost und heute Champagner, keine Moral und auch kein Gewissen.
Dreckige Punks am Strassenrand, mit dummen Sprüchen und hohler Hand,
getränkt mit Sprit und bloss zu faul zum Arbeiten!
Und er fragt sich jeden Tag: "Was haben die hier zu suchen?
Die stehen ihm im Weg - die ...
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